
08 Empowerment
Junge Menschen, die keine Möglichkeit haben selbständig zu sein und sich selbst zu verwirklichen, werden früher oder später von externer Hilfe abhängig. Sie verlieren ihr Selbstvertrauen weil sie nicht selbst über ihr Leben bestimmen können. Die ihnen verwehrten Möglichkeiten berauben sie auch des Stolzes ihrer eigenen Leistungen, für welche sie sich nicht mehr getrauen einzustehen.
„Empowerment“ kann auf Deutsch mit Selbstverantwortungsübergabe, Ermächtigung, Befähigung übersetzt werden. Empowerment beschreibt einen Prozess, der es dem benachteiligten Teil der Jugend ermöglicht, ihr Selbstvertrauen zu stärken, sich Wissen, Sachkenntnisse und die benötigte Einstellung anzueignen, um mit der sich verändernden Welt und den Umständen in denen sie leben zurechtzukommen und ihre eigenen Lebensverhältnisse zu gestalten, indem sie ihre Partizipation in ihrer Gemeinde einfordern und Zugang und Kontrolle über ihre Ressourcen und Rechte erhalten.
„Jugend empowerment“ ist ein einstellungsbedingter, struktureller und kultureller Prozess, in dem junge Menschen die Fähigkeit, Kompetenz und Kraft erhalten, Entscheidungen zu treffen und Veränderungen in ihrem eigenen Leben und dem Leben anderer Menschen zu verwirklichen, Jugendliche und Erwachsene eingeschlossen.
Empowerment ist nötig, wenn Ungleichheit in der Verteilung von Ressourcen, Macht und Wissen vorherrscht, was im Gegenzug Individuen, Gruppen (wie zum Beispiel Jugendliche) oder Sozialklassen davon abhält, ihre eigene Lebensqualität unabhängig zu verbessern und über ihr eigenes Leben zu bestimmen.
Vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus fokussiert empowerment eher auf den Ansatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ durch materielle Mittel, als ihnen Sozialhilfe bereitzustellen. Im Gebiet von Gleichstellung und Entwicklungszusammenarbeit zielt empowerment darauf ab, Selbstbestimmung, bessere Selbstorganisation und eine aktivere Rolle für Frauen in allen sozialen Prozessen herbeizuführen.
Wie kann empowerment in Jugendprojekten angewendet werden?
- Das Bewusstsein für soziale Probleme, welche Jugendliche betreffen, durch künstlerischen Ausdruck (z.B. Theater, Musik, etc.) fördern; dies ist eine Forum, die den Jugendlichen hilft, ihre wirkliche kulturelle Identität zu finden.
- Capacity building durch Weiterbildung/Ausbildung, um Arbeitsmöglichkeiten und die persönliche Entwicklung der Jugendlichen zu fördern (Peer-to-peer-Ansatz).
- Junge Menschen ermutigen und ausbilden, als MutliplikatorInnen zu wirken, um so ihr Wissen mit anderen jungen Menschen zu teilen und an sie weiterzugeben.
- Den Jugendlichen durch Informations- und Kommunikationstechnologie Trainings (ICT) Selbstverantwortung übertragen.
- Ein Austauschgefäss kreieren, wo Jugendliche sich treffen und über Probleme nachdenken und diskutieren können, welche das Wohl der Jugend und die allgemeine Entwicklung ihrer Gemeinde betreffen.
- Vorlesungen, Debatten, Symposien, Seminare, Ausflüge, Konferenzen über wichtige und dringliche Themen, welche junge Menschen betreffen.
- Berufstrainings, um die Jugendliche in ihrer Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu unterstützen.
- Capacity buildung Massnahmen, welche Management- und Freiwilligentraining, Planung, Fundraising und Geschlechtergleichstellung behandeln.
- Die Gründung eines Jugendrates oder Jugendklubs von und für junge Menschen in der Gemeinde unterstützen, um aktive Partizipation in örtlichen Beschlüssen und Aktivitäten zu fördern.
- Die Publikation von Broschüren, Studien oder Newslettern zum Thema Jugend in den Gemeinden veröffentlichen.
Links:
DEZA
http://www.deza.admin.ch/
Poverty wellbeing net
http://www.poverty-wellbeing.net
GTZ
http://www.gtz.de/de/dokumente/de-SVMP-empowerment.pdf
UN Habitat, youth empowerment Programme
http://www.unhabitat.org
PDF-Version [Download]


