11 Migration

Die Migration ist ein Phänomen, das so alt ist wie die Menschheit. Schon immer haben sich die Menschen und die Völker aus ganz unterschiedlichen Gründen verschoben, sei es um bessere Lebensbedingungen zu suchen oder weil die Mobilität ganz einfach zu ihrem Lebensmodus gehört. Die Personen, die sich entscheiden, in einem anderen Land zu leben, sind oft jung und haben noch nicht eine eigene Familie gegründet.

Gemäss der Weltorganisation für Migration lebt heute circa 3% der Weltbevölkerung in einem anderen Land als in ihrem Heimatland. Die technischen Möglichkeiten der Mobilität wie auch die wirtschaftliche Globalisierung erzeugen eine Tendenz zu einer Zunahme der internationalen Migrationen. Diese Entwicklung hat auch Konsequenzen auf die Form der Migrationen: Die Kommunikationsmöglichkeiten und die erleichterte Mobilität fördern die Entwicklung von Netzwerken von internationalen Migranten.

Die Migration kann auf verschiedene Weise zur Entwicklung der Einwanderungs- und Auswanderungsländer beitragen: Während die Einwanderungsländer reichlich von den Arbeitskräften der MigrantInnen profitieren, tragen diese auch zur Entwicklung ihrer Heimatländer bei, unter anderem durch das Schicken von Geld (Remissen) an ihre Angehörigen. Der Totalbetrag dieser Geldüberweisungen übersteigt bei weitem die Summe der Entwicklungshilfegelder, die von den Ländern des Nordens gewährt werden. Die Migration trägt auch durch Kompetenzen- und Wissenstransfer zur Entwicklung bei, zum Beispiel über die Ausbildung. Damit jedoch dieser Transfer tatsächlich zur Entwicklung der Heimatländer beiträgt, ist es wichtig, dass sie auf nachhaltige Weise investiert werden, mit mittel- und langfristigen Perspektiven, d.h. nicht nur zum direkten Konsum beitragen, sondern auch z.Bsp. in Ausbildung, etc. investiert werden. Diese Fragen sind für die Jugendlichen wichtig, da diese Altersgruppe am meisten von der Migration betroffen ist.

Die Laufbahnen und Lebensbedingungen der MigrantInnen sind sehr verschieden und hängen von ihrem Rechtsstatus, von der Beschäftigungslage, von der staatlichen Regelung der Migration und von der Haltung des Ziellandes und ihrer Bevölkerung ab. Gewisse MigrantInnen sind in einer strukturell geschwächten Lage, sie sind der Diskriminierung, dem Rassismus, der Ausbeutung oder sogar dem Menschenhandel ausgeliefert.


Wie kann man die Migration als Bestandteil in die von Jugendlichen geführten Projekte der Entwicklungszusammenarbeit einbeziehen?

Die Art und Weise, die Migration zu behandeln, hängt massgeblich von den spezifischen Bedingungen des Landes ab, in dem das Projekt durchgeführt wird. Ganz allgemein gesehen kann man über die Beiträge der MigrantInnen an das betreffende Projekt in ihrem Heimatland diskutieren, ob es sich um ImmigrantInnen oder EmigrantInnen handelt:

Die Jugendverbände können in diesem Prozess eine wichtige Vermittlerrolle spielen: Sie können dem Rassismus und der Diskriminierung vorbeugen und die Beiträge der jungen MigrantInnen im Verband und weitgehend in ihrer Gesellschaft aufwerten.


/files/images/punaise.gifLinks:

Internationale Organisation für Migration
http://www.iom.int

Schweizerisches Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien
http://www.migration-population.ch

Xenophilia
http://www.sad.ch/abgeschlossen/Xenophilia.html

Eine einzige Welt, Filme
http://www.filmeeinewelt.ch/deutsch/pagesnav/HO.htm

Toolkit der Internationalen Organisation für Migration
http://www.iom.int/jahia/Jahia/activities/by-theme/facilitating-migration/migrant-integration/not-just-numbers-educational-toolkit


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