
04 Vergangenheitsbewältigung
Kriege und gewaltsame Konflikte hinterlassen Spuren in einer Gesellschaft; das Leben geht nach einem Krieg nicht einfach weiter. Die Zivilbevölkerung sind meist die Opfer. Jugendliche sind speziell von Kriegswirren und ihren Folgen betroffen: Sie erleben Situation, welche sie nicht nachvollziehen können, werden von ihren Familien und ihrem Umfeld getrennt und werden auch als Kindersoldaten rekrutiert werden.
Die Vergangenheitsbewältigung (auf englisch „dealing with the past“) trägt dazu bei, die Vergangenheit systematisch aufzuarbeiten, zurück zur Normalität zu finden, die Konfliktparteien zu Versöhnen und einen nachhaltigen Frieden zu etablieren. Es gibt kein eindeutiges Rezept zur Vergangenheitsbewältigung, verschiedene Massnahmen werden angewendet, wie z.Bsp. Wahrheitsfindungskommissionen, Justiz (Gericht), Versöhnungsinitiativen, institutionelle Reformen, etc. Diese Massnahmen werden vom Staat wie auch von Akteuren der Zivilgesellschaft initiiert. Wichtig ist unter anderem, dass diese Massnahmen breit in der Bevölkerung abgestützt sind und Vertrauen zwischen den Konfliktparteien und der Zivilgesellschaft und dem Staat hergestellt werden können.
Jugendliche sollen und müssen in diesen Prozess einbezogen werden. Sie sind die Zukunft von morgen und müssen gleichzeitig auch die Vergangenheit bewältigt werden. Jugendliche haben andere Bedürfnisse und Erwartungen als Erwachsene und müssen anders - ebenfalls in einer partizipativen Art - in die Vergangenheitsbewältigung miteinbezogen werden.
Auch bei Jugendprojekten ist es unumgänglich, eng mit der lokalen Partnerorganisation zusammenzuarbeiten, um die lokalen Gegebenheiten zu kennen und zu beachten und Projekte partnerschaftlich und sensibel umzusetzen.
Folgende Aktivitäten können bei Jugendprojekten zur Vergangenheitsbewältigung beitragen:
- Professionelle psychosoziale Unterstützung und Betreuung (Psychologen, Sozialarbeiter, etc.)
- Workshops, Diskussionen zum Thema
- Kulturelle Aktivitäten wie Theater, Musik, Malen, Film, etc. erlauben, die Vergangenheit auf spielerische Weise aufzuarbeiten
- Sportliche Aktivitäten wirken verbindend und können gemeinschaftsübergreifend wirken
Als ultimatives Ziel bei Jugendprojekten zur Vergangenheitsbewältigung gilt es, Jugendliche aus den ehemals gegenüberstehenden Konfliktparteien zusammenzuführen (oftmals unterschiedliche ethnische Zugehörigkeit) und ein friedliches Zusammenleben zu erleichtern und in den Projekten vorzuleben. Dies braucht jedoch Zeit und kann z.T. erst Jahre nach dem Ende eines Konfliktes angegangen werden. Auch hier ist es sehr wichtig, detaillierte Abklärungen vor Ort vorzunehmen, ob und wie ein solches Zusammenführen möglich ist.
Links:
EDA, Vergangenheitsarbeit:
http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/topics/peasec/peac/confre/depast.html
Swisspeace, Working paper: Dealing with the past (englisch):
http://www.swisspeace.ch/typo3/fileadmin/user_upload/pdf/KOFF/KOFF_DealingWithThePast.pdf
IDEA, Reconciliation after a violent conflict, handbook (englisch):
http://www.eda.admin.ch/etc/medialib/downloads/edazen/topics/peasec/peac.Par.0071.File.tmp/dc_030101_ReconciliationAfterConflict_e.pdf
DEZA, Konfliktprävention und –transformation:
http://www.deza.admin.ch/de/Home/Themen/Konfliktpraevention_Transformation/Krisen_und_Konfliktmanagement
Terre des hommes Schweiz, psychosoziale Unterstützung:
http://www.terredeshommes.ch/projekte_ausland/themenschwerpunkte/psychosoziale_unterstuetzung
SCI, Peace Learning:
http://www.scich.org/rubrique.php3?id_rubrique=297
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