
07 Partizipation
Die Partizipation von Kindern und Jugendlichen hat in den vergangenen zehn bis 15 Jahren an Bedeutung gewonnen. Der Begriff der Partizipation wird dabei in der Fachdiskussion mit unterschiedlichen Konnotationen verwendet. In der gesellschaftlichen Debatte um die Partizipation von Kindern und Jugendlichen fungiert er in erster Linie als Oberbegriff für verschiedene Formen der Beteiligung, Teilhabe, Teilnahme, Mitwirkung, Mitbestimmung und Mitgestaltung von Kindern und Jugendlichen (aus http://www.ganztaegig-lernen.org).
Willst du ein partizipatives Projekt starten?
Dann kannst du zwischen unterschiedlichen Partizipationsstufen auswählen (Netz-Werk, Plattform Jugend, blauring-jungwacht, 2005, S35):
| Selbstverwaltung: | Eine Jugendgruppe hat völlige Entscheidungsfreiheit; Entscheide werden Erwachsene lediglich mitgeteilt | |
| Selbstbestimmung: | Initiative und Durchführung liegen bei den Jugendlichen. Erwachsene tragen mit. | |
| Mitbestimmung: | Projektidee von Erwachsenen, anschliessend gemeinsame Entscheidungen. | |
| Mitwirkung: | Die Meinung der Jugendlichen wir abgefragt. Sie haben aber keine Entscheidungskraft. | |
| Zugewiesen, Informiert: | Erwachsene bereiten vor. Jugendlichen werden darüber genau informiert. | |
| Teilnahme: | Jugendliche nehmen teil und können im kleinen Bereich mitreden. | |
Jugendliche sollen selbst bestimmen, in welchem Ausmass sie mitbestimmen möchten. Je nach Phase eines Projektes können Kinder und Jugendliche mehr oder weniger integriert werden.
Um gute Partizipation von Kindern und Jugendlichen zu fördern, solltest du folgende Grundsätze respektieren (Peter Frehner, 2004, Partizipation wirkt, funtasy Projekts):
| Freiwilligkeit: | Du darfst Jugendliche nicht zur Partizipation zwingen. Lass die Jugendlichen entscheiden, wann und wie sie mitbestimmen wollen. | |
| Selbstbestimmung: | Die Jugendlichen entscheiden selbst welchen Themen sich widmen möchten. | |
| Prozessorientierung: | Konflikte prägen die Gruppenarbeit. Versuch die Jugendlichen, trotz Konflikten, im gemeinsamen Prozess zu halten. | |
| Adressaten: | Pass die Arbeitsmethoden den Adressaten (Alter, Geschlecht, Bildungshintergrund) an. | |
Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Projekten
Partizipation bedeutet Kinder und Jugendliche in allen Phasen eines Projektes – Planung, Organisation, Durchführung, Evaluation – möglichst stark zu integrieren.
Da findest du einen Überblick von spannenden Methoden, um mit Kindern und Jugendlichen partizipativ zu arbeiten: http://www.partizipation.at
Um die passende Methode auszuwählen, solltest du dir folgende Fragen stellen:
- Was ist das Ziel dieser Phase des Projektes? (z.B. Abklärung der Bedürfnisse, Erstellung eines Zeitplanes, Planung des Anlasses, Verteilung der Kompetenzen)
- Welche sind die Merkmale der Gruppe (z.B. Alter, Geschlecht, Bildungshintergrund)?
- Wie viel Zeit steht für diese Phase der Gruppe zur Verfügung?
- Wie sollen die Ergebnisse der Diskussion aussehen, so dass sie für die nächsten Schritte gebraucht werden können?
Links:
„What works in youth participation: case studies from around the world“
http://www.iyfnet.org/uploads/what_works_in_youth_par.pdf
PDF-Version [Download]


