Panama - Das Land zwischen zwei Welten
Jacqueline Douniama (Schweiz), Panama
Vor einem Monat kam ich am International Airport Tocumen in Panamá City an, und kaum aus dem Flugzeug ausgestiegen, nahm ich sofort die Veraenderung des Klimas wahr, die sich durch eine stickige, tropische Hitze kennzeichnet und einem fast dem Atem raubt. Nach dem Erledigen aller notwendigen Formalitaeten erblickte ich ein mir bekanntes Gesicht – Jiniva, die ich bereits im Rahmen eines Vorbereitungsseminares in der Schweiz kennenlernen durfte. Ich wurde sehr herzlich von ihr und dem Praesidenten des “Consejo Nacional de la Juventud” empfangen.
Vor einem Monat kam ich am International Airport Tocumen in Panamá City an, und kaum aus dem Flugzeug ausgestiegen, nahm ich sofort die Veraenderung des Klimas wahr, die sich durch eine stickige, tropische Hitze kennzeichnet und einem fast dem Atem raubt. Nach dem Erledigen aller notwendigen Formalitaeten erblickte ich ein mir bekanntes Gesicht – Jiniva, die ich bereits im Rahmen eines Vorbereitungsseminares in der Schweiz kennenlernen durfte. Ich wurde sehr herzlich von ihr und dem Praesidenten des “Consejo Nacional de la Juventud” empfangen.
Meine ersten Eindruecke von Panamá City wurden von den riesigen Wolkenkratzern gepraegt, die eine wunderschoene Skyline am Pazifischen Ozean bilden. Direkt neben der Hauptstadt verlaeuft der weltberuehmte Panamákanal, der die wichtigste wirtschaftliche Einnahmequelle Panamás darstellt und Atlantik mit Pazifik verbindet. Daher auch der Begriff “ Panama- das Land zwischen den zwei Meeren, zwischen zwei Welten”. Doch nicht nur hinsichtlich des Kanals trifft man auf zwei Welten, sondern auch wenn man die Gesellschaft betrachtet. Laut dem Magazin ila – informationsstelle lateinamerika- hat Panamá viermal so viele Ressourcen wie noetig waeren um seine Bevoelkerung zu ernaehren, ist aber doch durch extreme Armut gepraegt, was aus der schlechten Verteilung dieser Ressourcen resultiert.
Diese Differenz zwischen Arm und Reich ist mir sehr stark aufgefallen – wenn man im Bus sitzt und durch die Stadt faehrt, sieht man Viertel, in denen Menschen auf der Strasse leben und ein grosses Muellproblem vorhanden ist; im Gegensatz dazu gibt es sehr saubere Viertel mit Villen, wo fast nur Auslaender leben. An dieser Stelle moechte ich vor allem die Kanalzone betonen, die eine koloniale Enklave der USA mitten in Panamá bildet, in der lange US-Recht vorherrschte. Seit 2000 sind die Rechte des Kanals endlich vollstaendig an Panamá abgetreten worden und die Panamenos haben auch wieder Zutritt zu dieser Zone. Ich war schon einige Male in dieser Zone und man fuehlt sich wie in einer anderen Welt, weil die Haeuser bzw. Villen im amerikanischen Stil gebaut sind und die Leute auch ueberwiegend englisch sprechen. Es ist sehr eindruecklich ein Land mit so vielen Differenzen und unterschiedlichen Ethnien kennenzulernen.
Nicht nur die Lebensbedingungen der Menschen sind unglaublich verschieden, sondern auch das allgemeine Stadtbild Panamás. Auf der einen Seite die modernen, hohen Wolkenkratzer und dann wieder eine ziemlich mangelnde Infrastruktur bzw. Busse in schlechtem Zustand, was bedeutet, das jede Busfahrt immer ein ziemliches Abenteuer darstellt. Die Busse sind so farbig, dass man gar nicht weiss, wo man zuerst hinschauen soll- das Witzige zudem ist, dass auf jedem Bus ein Spruch draufsteht, der einem entweder zum Schmunzeln anregt oder auch pure Realitaeten ausspricht wie z.B. “ Los Gobiernos pasan, pero el hambre queda”. Akuteller Praesident Ricardo Martinelli, der durch seine konservative Politik einen Gegenstrom zum linksgerichteten Lateinamerika darstellt, hat Verbesserungen in der Sicherheit und Infrastruktur versprochen. Ebenfalls sprach er auch bei Antritt seines Amts im Juli letzten Jahres aus, der Armut ein Ende zu setzen. Doch leider sieht die Realitaet etwas anders aus, sodass es zu einem grossen Streik vor einem Monat kam, in dem es um das sogenannte “Gesetz 30” ging, das mehrere Gesetze enthaelt, unter anderem den Mindestlohn noch weiter nach unten zu schrauben.
So, nach diesen allgemeinen Informationen jetzt endlich mal zum eigentlichen Thema, dem Suedprojekt. Das erste Ereignis meines Praktikums war eine zweitaegige Konferenz zum Thema “ Programa de Seguridad Integral”, die zum Ziel hatte, auf interinstitutioneller Ebene eine gerechte Jugendpolitik zu schaffen sowie mehr soziale Programme fuer Jugendliche anzubieten, da in diesem Bereich auf Regierungsebene nicht ausreichend angeboten wird. Anwesend waren Vertreter aus verschiedenen Ministerien (z.B. Ministerium fuer soziale Entwicklung und Ministerium fuer Gesundheit) sowie Vertreter aus Nicht-Regierungs-Organisationen. Waehrend der Konferenz wurden konkret Ideen gesammelt, wie man die Zusammenarbeit zwischen bestehenden Institutionen foerdern kann beziehungsweise welche neuen Strukturen eingeleitet werden muessen. Denn haeufig ist der Fall, dass in den Jugendorganisationen eine klar definierte Struktur fehlt bzw. es keine Verantwortlichen oder richtigen Ansprechpartner gibt. Viele arbeiten auf Freiwilligenbasis, und das Engagement beschraenkt sich auf Aktivitaeten und Projekten, es fehlt aber eine direkte Kommunikation mit der Regierung bzw. Haben die Organisationen keinen Einfluss in der Politik.
Erstes Ziel waere also, die Strukturen zu festigen und Posten wie Praesident, Co-Praesident, Sekretaer etc. einzufuehren. Desweiteren ist es wichtig, die soziale Institutionalisierung zu verstaerken und mehr Kooperationen aufzubauen.
Auch wenn es auf dieser Ebene ein wenig mangelt, ist doch die Dynamik und das Engagement der Jugendlichen innerhalb der Jugendorganisationen sehr gross. Vor 2 Wochen hatte ich die Gelegenheit an einer “Gira medica” in der Provinz Veraguas teilzunehmen, die durch den “Club Activo 20-30” realisiert wurde. An einem Sonntag fuhren wir zusammen mit einem Aerzteteam in eine ziemlich arme indigene Kommune, um in erster Linie kostenlose medizinische Behandlung und Medikamente anzubieten. Zudem verteilten wir auch Klamotten, Schuhe und kochten zusammen. Im Vorfeld hatte der Club Activo erfolgreich viele Milchpackungen sammeln koennen, die von der Bevoelkerung in allen Teilen des Landes durch die Aktion “Lecheton” gespendet wurde.
Seit knapp 2, 5 Wochen arbeite ich mit einer Fluechlingsorganisation namens RET (Refugees for Education Trust) zusammen, die aktiv Projekte mit den Fluechtlingen, die in der Grenzregion Kolumbiens (Darién) leben, durchfuehrt. RET setzt ihren Akzent vor allem darauf, dass jungen Fluechtlingen eine gute Ausbildung ermoeglicht wird, um auf der einen Seite ihre soziale Reintegration zu erleichtern und auf der anderen Seite natuerlich auch eine gute Zukunft zu garantieren. Wichtig ist auch, dass Jugendliche ihr Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefuehl aufbauen und staerken, indem sie durch RET lernen, wie man Probleme analysiert (bzg. ihrer Kommune), wie man ein Projekt vorbereitet, wie man an Spenden gelangen kann etc. Mit diesem Wissen werden sie dann zu den Instruktoren fuer Jugendliche in anderen Kommunen mit aehnlichen Problemen.
Durch die Zusammenarbeit mit RET helfe ich dem Consejo Nacional einen Ueberblick zu gewinnen ueber die Lebensumstaende der Jugendlichen und die Moeglichkeiten ihrer Partizipation zu analysieren. Ziel ist, dass diese jungen Fluechtlinge ebenfalls eine zukuenftige Zusammenarbeit mit dem Consejo Nacional aufnehmen und somit die Chance haben, ihre Beduerfnisse und Kompetenzen in einem breiteren Netzwerk mitzuteilen und sich mit anderen Jugendlichen auszutauschen, was wiederum ihre Integration foerdert.
In der naechsten Zeit werde ich an einigen Aktivitaeten von unterschiedlichen Organisationen (AID, Consejo de la Juventud de Veraguas) teilnehmen und naechste Woche die SAJV dem Consejo Nacional und anderen Jugendorganisationen vorstellen.
Hasta la proxima
Mit der Organisation AID for AIDS in Chitré
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Gira medica in indigener Kommune in Las Palmas
Diese Differenz zwischen Arm und Reich ist mir sehr stark aufgefallen – wenn man im Bus sitzt und durch die Stadt faehrt, sieht man Viertel, in denen Menschen auf der Strasse leben und ein grosses Muellproblem vorhanden ist; im Gegensatz dazu gibt es sehr saubere Viertel mit Villen, wo fast nur Auslaender leben. An dieser Stelle moechte ich vor allem die Kanalzone betonen, die eine koloniale Enklave der USA mitten in Panamá bildet, in der lange US-Recht vorherrschte. Seit 2000 sind die Rechte des Kanals endlich vollstaendig an Panamá abgetreten worden und die Panamenos haben auch wieder Zutritt zu dieser Zone. Ich war schon einige Male in dieser Zone und man fuehlt sich wie in einer anderen Welt, weil die Haeuser bzw. Villen im amerikanischen Stil gebaut sind und die Leute auch ueberwiegend englisch sprechen. Es ist sehr eindruecklich ein Land mit so vielen Differenzen und unterschiedlichen Ethnien kennenzulernen.
Nicht nur die Lebensbedingungen der Menschen sind unglaublich verschieden, sondern auch das allgemeine Stadtbild Panamás. Auf der einen Seite die modernen, hohen Wolkenkratzer und dann wieder eine ziemlich mangelnde Infrastruktur bzw. Busse in schlechtem Zustand, was bedeutet, das jede Busfahrt immer ein ziemliches Abenteuer darstellt. Die Busse sind so farbig, dass man gar nicht weiss, wo man zuerst hinschauen soll- das Witzige zudem ist, dass auf jedem Bus ein Spruch draufsteht, der einem entweder zum Schmunzeln anregt oder auch pure Realitaeten ausspricht wie z.B. “ Los Gobiernos pasan, pero el hambre queda”. Akuteller Praesident Ricardo Martinelli, der durch seine konservative Politik einen Gegenstrom zum linksgerichteten Lateinamerika darstellt, hat Verbesserungen in der Sicherheit und Infrastruktur versprochen. Ebenfalls sprach er auch bei Antritt seines Amts im Juli letzten Jahres aus, der Armut ein Ende zu setzen. Doch leider sieht die Realitaet etwas anders aus, sodass es zu einem grossen Streik vor einem Monat kam, in dem es um das sogenannte “Gesetz 30” ging, das mehrere Gesetze enthaelt, unter anderem den Mindestlohn noch weiter nach unten zu schrauben.
So, nach diesen allgemeinen Informationen jetzt endlich mal zum eigentlichen Thema, dem Suedprojekt. Das erste Ereignis meines Praktikums war eine zweitaegige Konferenz zum Thema “ Programa de Seguridad Integral”, die zum Ziel hatte, auf interinstitutioneller Ebene eine gerechte Jugendpolitik zu schaffen sowie mehr soziale Programme fuer Jugendliche anzubieten, da in diesem Bereich auf Regierungsebene nicht ausreichend angeboten wird. Anwesend waren Vertreter aus verschiedenen Ministerien (z.B. Ministerium fuer soziale Entwicklung und Ministerium fuer Gesundheit) sowie Vertreter aus Nicht-Regierungs-Organisationen. Waehrend der Konferenz wurden konkret Ideen gesammelt, wie man die Zusammenarbeit zwischen bestehenden Institutionen foerdern kann beziehungsweise welche neuen Strukturen eingeleitet werden muessen. Denn haeufig ist der Fall, dass in den Jugendorganisationen eine klar definierte Struktur fehlt bzw. es keine Verantwortlichen oder richtigen Ansprechpartner gibt. Viele arbeiten auf Freiwilligenbasis, und das Engagement beschraenkt sich auf Aktivitaeten und Projekten, es fehlt aber eine direkte Kommunikation mit der Regierung bzw. Haben die Organisationen keinen Einfluss in der Politik.
Erstes Ziel waere also, die Strukturen zu festigen und Posten wie Praesident, Co-Praesident, Sekretaer etc. einzufuehren. Desweiteren ist es wichtig, die soziale Institutionalisierung zu verstaerken und mehr Kooperationen aufzubauen.
Auch wenn es auf dieser Ebene ein wenig mangelt, ist doch die Dynamik und das Engagement der Jugendlichen innerhalb der Jugendorganisationen sehr gross. Vor 2 Wochen hatte ich die Gelegenheit an einer “Gira medica” in der Provinz Veraguas teilzunehmen, die durch den “Club Activo 20-30” realisiert wurde. An einem Sonntag fuhren wir zusammen mit einem Aerzteteam in eine ziemlich arme indigene Kommune, um in erster Linie kostenlose medizinische Behandlung und Medikamente anzubieten. Zudem verteilten wir auch Klamotten, Schuhe und kochten zusammen. Im Vorfeld hatte der Club Activo erfolgreich viele Milchpackungen sammeln koennen, die von der Bevoelkerung in allen Teilen des Landes durch die Aktion “Lecheton” gespendet wurde.
Seit knapp 2, 5 Wochen arbeite ich mit einer Fluechlingsorganisation namens RET (Refugees for Education Trust) zusammen, die aktiv Projekte mit den Fluechtlingen, die in der Grenzregion Kolumbiens (Darién) leben, durchfuehrt. RET setzt ihren Akzent vor allem darauf, dass jungen Fluechtlingen eine gute Ausbildung ermoeglicht wird, um auf der einen Seite ihre soziale Reintegration zu erleichtern und auf der anderen Seite natuerlich auch eine gute Zukunft zu garantieren. Wichtig ist auch, dass Jugendliche ihr Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefuehl aufbauen und staerken, indem sie durch RET lernen, wie man Probleme analysiert (bzg. ihrer Kommune), wie man ein Projekt vorbereitet, wie man an Spenden gelangen kann etc. Mit diesem Wissen werden sie dann zu den Instruktoren fuer Jugendliche in anderen Kommunen mit aehnlichen Problemen.
Durch die Zusammenarbeit mit RET helfe ich dem Consejo Nacional einen Ueberblick zu gewinnen ueber die Lebensumstaende der Jugendlichen und die Moeglichkeiten ihrer Partizipation zu analysieren. Ziel ist, dass diese jungen Fluechtlinge ebenfalls eine zukuenftige Zusammenarbeit mit dem Consejo Nacional aufnehmen und somit die Chance haben, ihre Beduerfnisse und Kompetenzen in einem breiteren Netzwerk mitzuteilen und sich mit anderen Jugendlichen auszutauschen, was wiederum ihre Integration foerdert.
In der naechsten Zeit werde ich an einigen Aktivitaeten von unterschiedlichen Organisationen (AID, Consejo de la Juventud de Veraguas) teilnehmen und naechste Woche die SAJV dem Consejo Nacional und anderen Jugendorganisationen vorstellen.
Hasta la proxima
Mit der Organisation AID for AIDS in Chitré
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Gira medica in indigener Kommune in Las Palmas



