Südprojekt

Eindrücke von der täglichen Arbeit einer NGO in Bangladesch

Ilona Meier (Schweiz), Dhaka, Bangladesh
Nun bin ich seit einem Monat in Bangladesch. Die Hälfte der Zeit meines Austausches ist also leider schon vorbei. Seit knapp 3 Wochen arbeite ich nun bei der Organisation “Hunger Free World (HFW)”. Hunger Free World hat sein Büro in Dhaka und arbeitet an lokalen Projekten in zwei verschiedenen Regionen, die besonders arm sind. Dies ist einerseits die Region um Boda, im Norden Bangladeschs und Kaligonji, im Westen Bangladeschs, ungefähr auf der Höhe von Calcutta. Diese Regionen bestehen aus rund 200 Dörfern. In jeweils ca. 20 Dörfern ist HFW mit verschiedenen Projekten aktiv...
In Dhaka arbeite ich vorallem mit den Freiwilligen von “Youth Against Hunger (YAH)” zusammen. Die Studenten aus verschiednen Regionen Bangladeschs engagieren sich für ein Bangladesch ohne Hunger. Sie unterstützen dabei Projekte von HFW personell und führen auch eigene Projekte durch. Jugendorganisationen in Bangladesch haben sehr grosse Mühe freiwillige Mitglieder zu finden, da Freiwilligenarbeit oft als Luxus angeshen wird. Die Youth-Against-Hunger-Gruppen sind jedoch sehr motiviert und engagiert. Ein grosses Problem ist, dass sie sehr loker organisert sind und relativ wenig Erfahrung besitzen. Ziele definieren, genaue Jahres- und Budgetpläne zu erstellen sind für die Meisten unbekannte Dinge. Dank meiner Erfahrung, die ich bei der Jugendsession sammeln konnte, kann ich die YAH-Gruppen bei der Organisation von speziellen Anlässen und Projekten unterstützen. Ein solcher Anlass war ein Kongress über die Gefahr von Erdbeben in Dhaka. Die Studenten fordern von der Regierung mehr Informationen für die Bevölkerung, vorallem an den Schulen, sowie ein Notfallplan falls ein starkes Erdbeben die 20 Millionen grosse Hauptstadt treffen würde.
In Kaligonji besteht meine Hauptaufgabe darin, dass ich versuche in Zusammenarbeit mit den Lehrern, den Unterricht der HFW-Schule zu verbessern. Die Lehrer in Bangladesch haben meist keine spezielle Ausbildung und unterrichten einfach so wie sie auch unterrrichtet wurden. Das heisst, der Lehrer liest was vor und die Schüler sagen es im Chor nach. Obwohl ich nicht speziell in Pädagogik ausgebildet bin, macht mir die Arbeit mit den Lehrern und den Schülern sehr viel Spass.

In Boda konnte ich beim Projektstart eines Ernährungsprojektes für Mütter und ihre Babies mitarbeiten. Für 100 sehr arme Mütter und ihre Babies wird für 1 Jahr, fünf Mal in der Woche, eiweisshaltige Nahrung zur Verfügung gestellt. Daneben absolvieren die Frauen wöchentlich Kurse in denen sie Dinge über Ernährung, Hygiene, Familienplanung und Kinderbetreuung lernen. Die Frauen sind um die 20 Jahre alt und haben meist schon drei oder mehr Kinder. Obwohl das Gesetzt heiraten erst ab 18 Jahren erlaubt, werden auf dem Land Mädchen oft schon mit 12 Jahren verheiratet. Eine grosse Schweirigkeit für NGO’s hier in Bangladessh ist es, einen Mittelweg zu finden bei dem die lokalen Begebenheiten akzeptiert werden und doch ein Wandel herbeigeführt werden kann.

Die meisten Projekte von HFW sind Projekte zur Selbsthilfe. Die Bauern werden zum Beispiel in biologischem Landbau unterrichtet und sie werden unterstützt wenn sie eine Maschinengemeinschaft gründen wollen oder sie erhalten Hilfe bei der Vermarktung ihrer Produkte. Meine Aufgabe ist es, die verschiedenen Projekte zu begleiten und die lokalen Mitarnbeiter von HFW zu unterstützen.

In diesen vier Wochen habe ich unglaublich viel erlebt und gesehen. Die Erfahrungen die ich hier sammeln kann werde ich sicherlich nie mehr in meinem Leben vergessen.

(Mehr Infos über Hunger Free World gibts online unter: http://www.hfwbd.org)


Konferenz über Erdbebensicherheit in Dhaka


HFW Staff in Boda


Ausbildung für arme Frauen